|
Der Sappeurzug Jüchen, gegründet im November 1952, wurde im Herbst 1996 weitergeführt. Zum damaligen Zeitpunkt bestand der Zug aus 14 aktiven Mitgliedern. Im ersten und dem darauf folgenden Jahr wurden die ”neuen” Sappeure in das Zugleben eingeführt, wobei ihnen tatkräftige Unterstützung für eine gute Zukunft von den “Ehemaligen” zugesprochen und bis dato auch des öfteren genutzt wurde. Die heutige Stärke des Zuges beläuft sich auf neun aktive Mitglieder.

Die Sappeure marschieren in vielen Schützenregimentern als erste Zugformation. In vergangenen Kriegszeiten war es die Aufgabe der Sappeure, die Sappen, d.h. die Lauf- bzw. Annäherungsgräben, auszuheben. Des Weiteren wurden sie eingesetzt zum Hindernisräumen, Bäumefällen, oder auch zum Biwak- und Lagerbau. Sie bildeten daher stets die Spitze der marschierenden Truppe. Die damals zur allgemein üblichen Bewaffnung zusätzlich getragene, langgestielte Zimmermannsaxt, findet sich in den heutigen Sappeurzügen wieder, allerdings für ihren ursprünglichen Zweck kaum brauchbar. Zu weißer Hose und blauem Uniformrock tragen die Sappeure eine weiße Schürze sowie eine Kopfbedeckung aus Fell mit Fangschnur und rotem Beutel bzw. Stutz welche man ”Tschakko” nennt. Die Offiziere erkennt man an der Farbe (rot weiß) ihres “Pützers” (Bürste) und an ihrem Degen oder Säbel. Da Sappeure zu den Gardesoldaten zählten, rangierte jeder Sappeur einen Rang höher als Soldaten in der allgemeinen Truppe. Somit steht bei den Sappeuren noch heute auch der ”einfache Schütze” im Rang eines Unteroffiziers. An jedem ersten Samstag im Monat findet im Vereinslokal Haus Caspers am Jüchener Markt die ordentliche Versammlung des Zuges statt. Hier, “bei Tusch”, werden in gemütlicher Runde bei einem leckeren Gläschen Bier die Tagespunkte der Versammlungsordnung besprochen und diskutiert. Im Anschluß an die Versammlung wird das Zugleben, in dem die Frauen auch eine wichtige Rolle spielen, gepflegt und gelebt. Besonderes Engagement gilt den Klompen. Klein angefangen mit relativ einfachen Holzschuhen hat es sich von Jahr zu Jahr gesteigert und ist letztendlich in 2003 mit dem ersten Platz beim Klompenball belohnt worden. Auch auf dem alljährlich stattfindenden Schützenfußballturnier hat sich der Zug in der Vergangenheit mit viel Ehrgeiz und Einsatz stets gute Platzierungen erkämpft. Der Zug übernimmt vor jedem Schützenfest das schmücken der Riekestrasse und ist mitverantwortlich für die Fahrräder, welche den Sonntags- und Montagszug anführen. Die momentane Zugstärke besteht, wie bereits erwähnt, aus 8 aktiven Mitgliedern. Bild: von links Sebastian Goldberg, Brain Jopen, Robby Paulus, Marc Lonyai, Alex Frindt, Heinz Nützel und Norbert Brammen Nicht abgebildet Andreas Nürnberg.und Michael Rembges.
|